75 Mall Live-Suche
19:21 / Samstag, 17. Januar 2026 / MSH1

Ägypten und Äthiopien streiten über den Nil, Trump bietet Vermittlung an

US-Präsident Donald Trump bot am Freitag an, im Streit zwischen Ägypten und Äthiopien um das Nilwasser zu vermitteln.

„Ich bin bereit, die amerikanische Vermittlung zwischen Ägypten und Äthiopien wieder aufzunehmen, um die Frage der ‚Nilwasserverteilung‘ verantwortungsvoll und endgültig zu lösen“, schrieb Trump in einem Brief an den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi, der auch auf seinem Truth Social-Account veröffentlicht wurde.

Die Einweihung des Grand Ethiopian Renaissance Dam durch die äthiopischen Behörden am 9. September hat in Kairo für Ärger gesorgt, da Ägypten im Unterlauf des Nils liegt und in erheblichem Maße von dessen Wasser abhängig ist.

Ägypten behauptet, der Staudamm verstoße gegen internationale Abkommen und sein Betrieb könne sowohl Dürre als auch Überschwemmungen verursachen – Anschuldigungen, die Äthiopien zurückweist.

Die beiden Länder haben noch immer kein endgültiges, rechtsverbindliches Abkommen über die Aufteilung des Nilwassers, und der Streit dauert bereits seit Jahren an. Der Nil ist für Ägypten und Äthiopien von existenzieller Bedeutung. Frühere Abkommen sicherten Ägypten und dem Sudan fast das gesamte Nilwasser, Äthiopien hingegen nicht, da es diese Abkommen nicht anerkennt.

Der letzte bedeutende Versuch einer diplomatischen Lösung erfolgte 2015 mit der Unterzeichnung der Grundsatzerklärung durch Äthiopien, Ägypten und Sudan. Dieses Abkommen diente als politischer Rahmen, der die Notwendigkeit der Zusammenarbeit anerkannte, jedoch keine klaren, rechtsverbindlichen Regeln festlegte.

Darauf folgten jahrelange Verhandlungen unter Vermittlung der Afrikanischen Union, der Vereinigten Staaten und der Weltbank, die jedoch zu keiner endgültigen Einigung führten.

Ägypten fordert Garantien für die Sicherheit seiner Wasserversorgung, während Äthiopien auf dem Recht besteht, seine Bodenschätze für die wirtschaftliche Entwicklung zu nutzen. Bislang scheint keine der beiden Seiten zu ausreichenden Zugeständnissen bereit zu sein, wodurch die diplomatische Pattsituation zwischen den beiden Ländern anhält.