Scholz: Russlands militärische Aktivitäten an der ukrainischen Grenze bedrohen die europäische Sicherheit
Bundeskanzler Olaf Scholz erklärte, die militärischen Aktivitäten Russlands an der Ostgrenze der Ukraine stellten eine Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit in Europa dar.
„Wir befinden uns in einer sehr ernsten Lage“, sagte Scholz der Süddeutschen Zeitung mit Blick auf die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine.
„Die Stationierung von 100 Soldaten und einer großen Menge militärischer Ausrüstung an der ukrainischen Grenze durch Russland kann nicht ignoriert werden. Dafür gibt es keine logische Erklärung. Dies stellt eine Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit Europas dar“, fügte die deutsche Bundeskanzlerin hinzu.
Er sagte, dass die Nichthinterfragung der Grenzen Teil der „weichen Politik“ und der nach 1990 getroffenen Vereinbarungen sei.
„Das bedeutet, dass man die Grenzen nicht ändern kann, nur weil sie in alten Büchern anders gezogen sind. Es müssen Regeln und Gesetze gelten und nicht militärische Gewalt“, erklärte Scholz.
Scholz betonte zudem, dass die Annexion der Krim einen schweren Verstoß Russlands gegen die Schlussakte von Helsinki darstelle.
„Die Lage in der Ostukraine bleibt gefährlich und auch diese Prinzipien werden verletzt. Für Willy Brandt und Helmut Schmidt (ehemalige deutsche Bundeskanzler) sind territoriale Integrität und das Recht der Staaten auf Selbstbestimmung untrennbar miteinander verbunden“, sagte er.
Olaf Scholz sagte, die Mitgliedschaft weiterer osteuropäischer Länder in der NATO stehe nicht auf der Tagesordnung.
Unter Bezugnahme auf eine frühere Aussage von ihm zu den Folgen eines russischen Angriffs auf die Ukraine bekräftigte der deutsche Bundeskanzler, dass ein militärischer Angriff auf die Ukraine Russland teuer zu stehen käme.

