Warum reagierte das Verfassungsgericht erst 8 Monate später?
Meinung von Gani Dreshaj
Die Entscheidung des Verfassungsgerichts im Fall von Herrn Sali Berisha, die acht Monate nach Aufhebung des Hausarrests ergangen ist, ist kein Akt der Gerechtigkeit – es ist ein politischer Akt.
Dies ist die Frage, die sich jeder ehrliche Bürger heute stellen muss:
Welchen Zweck hat eine verfassungsrechtliche Entscheidung, wenn die Person, für die die Entscheidung getroffen wird, nicht mehr in Haft ist, sondern nun frei ist und zur Aussage verpflichtet ist?
In jedem normalen Rechtsstaat wäre ein solcher Fall als gegenstandslos erklärt worden. Das Gericht hätte nicht mehr reagiert, da die Maßnahme beendet war. Doch in Albanien geschieht das Gegenteil:
Das Verfassungsgericht reagiert gerade – und das ist kein Zufall. Seine Entscheidung soll nicht Berishas Rechte schützen, sondern den Staat vor Haftungsansprüchen bewahren.
Das Gericht erklärt:
„Die Verhaftung war übertrieben, aber nicht verfassungswidrig.“
Dieser Satz ist rechtlich so formuliert, dass er ausschließlich dazu dient, strafrechtliche, zivilrechtliche und internationale Haftungsansprüche gegen die Staatsanwälte, Richter und politischen Autoritäten, die diese Maßnahme ergriffen haben, auszuschließen.
Hätte das Gericht die Verhaftung für rechtswidrig erklärt, dann:
• Albanien würde in Straßburg verklagt werden
• Es würden Schäden entstehen
• Beamte würden persönlich haftbar gemacht.
Das System hat dies nicht akzeptiert.
Deshalb wurde die Formel „exzessiv, aber legal“ erfunden – ein legaler Trick, um sich der Verantwortung zu entziehen.
Schuld.
Ich engagiere mich seit 2021 auf internationaler Ebene in dieser Angelegenheit und stehe in Kontakt mit Brüssel und Berlin, gerade weil der Hausarrest gegen Berisha verhängt wurde:
• unwürdig
• unmenschlich
• Menschenrechtsverletzungen
• und politisch motiviert
Seine Freilassung erfolgte nicht durch die albanische Justiz, sondern durch internationalen Druck.
Nun versucht das Verfassungsgericht, die Geschichte umzuschreiben: diese Ungerechtigkeit als „sanfte Korrektur“ und nicht als Rechtsverletzung darzustellen.
Aber die Bevölkerung kennt die Wahrheit. Diese Entscheidung wurde nicht für Berisha getroffen. Sie wurde getroffen, um das System zu schützen, das ihn verhaftet hat.
Und deshalb fiel diese Entscheidung genau jetzt, wo Berisha bereits frei ist:
Nicht für Gerechtigkeit, sondern für politische Kontrolle.

