Der Chef der israelischen Armee tritt wegen des Angriffs vom 7. Oktober zurück
Der Generalstabschef der israelischen Armee, Herzi Halevi, gab am Dienstag bekannt, dass er seinen Rücktritt von seinem Amt eingereicht habe und damit die Verantwortung für den tödlichen Hamas-Anschlag vom 7. Oktober 2023 in Israel übernehme.
Unterdessen führte die israelische Armee am Dienstag eine große Militäroperation im besetzten Westjordanland durch, bei der nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums sechs Menschen getötet und 35 weitere verletzt wurden.
Halevi, der sein Amt im Januar 2023 angetreten hat, sagte, sein Rücktritt werde am 6. März wirksam.
Generalleutnant Halevi ist der ranghöchste israelische Beamte, der wegen des Sicherheitsversagens am 7. Oktober 2023 zurücktrat, als Tausende von Militanten unter der Führung der Hamas – der von den USA und der EU als Terrororganisation eingestuften palästinensischen Gruppe – in den Süden Israels eindrangen und griffen Gemeinden in der Nähe von Grenz- und Militärstützpunkten an.
Bei diesem Angriff kamen 1.200 Menschen – hauptsächlich Zivilisten – ums Leben und weitere 250 wurden entführt. Mehr als 90 Geiseln werden immer noch in Gaza festgehalten, und es wird angenommen, dass etwa ein Drittel von ihnen bereits tot ist.
In seinem Rücktrittsschreiben sagte Halevi, dass die Armee unter seiner Führung „ihre Pflicht, den Staat Israel zu schützen, nicht erfüllt“ habe.
Die israelische Operation in Dschenin
Zuvor hatte Israel angekündigt, dass es eine „große und umfangreiche Militäroperation“ gegen palästinensische Militante in Dschenin durchführe.
In der Stadt kam es in den letzten Jahren häufig zu Zusammenstößen zwischen der israelischen Armee und Militanten, bereits vor dem Angriff der Hamas am 7. Oktober, der den Krieg in Gaza auslöste.
Der Krieg in Gaza hat zahlreiche Opfer und großen materiellen Schaden verursacht. Infolge der israelischen Offensive wurden mehr als 46.000 Palästinenser getötet.
Die Operation am Dienstag fand wenige Tage nach Inkrafttreten eines fragilen Waffenstillstands zwischen Hamas und Israel in Gaza am Wochenende statt.
Während des Nahostkrieges 1967 besetzte Israel das Westjordanland sowie Gaza und Ostjerusalem.
Die Palästinenser wollen, dass diese drei Gebiete künftig Teil ihres Staates sind.
Der Waffenstillstand gilt nicht für das Westjordanland, wo die Gewalt seit Kriegsbeginn stark zugenommen hat. Das israelische Militär führt fast täglich Operationen im Westjordanland durch, die oft zu Kämpfen geführt haben.
In dieser Zeit kam es auch zu einer Zunahme der Angriffe jüdischer Extremisten auf Palästinenser sowie der Angriffe von Palästinensern auf Israelis.

