2300 Jahre Haft für Erdoğans Rivalen / Der Generalstaatsanwalt in Istanbul „dreht durch“ und beschuldigt ihn 142 Straftaten.
In seiner schockierenden Anklage gegen Recep Tayyip Erdogans Erzrivalen erhob der Generalstaatsanwalt der größten Stadt der Türkei Anklage gegen Istanbuls prominenten Bürgermeister Ekrem Imamoglu wegen 142 Korruptionsdelikten, die mit Gefängnisstrafen zwischen 828 und 2,352 Jahren geahndet werden.
Der umfassende Korruptionsfall gegen Imamoglu umfasst laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft mutmaßlichen Betrug, Bestechung und organisierte Kriminalität. In der Mitteilung wurde darauf hingewiesen, dass die Abteilung für Organisierte Kriminalität im Rahmen einer Untersuchung einer als „kriminelle Organisation“ bezeichneten Gruppe eine Anklageschrift vorbereitet habe.
İmamoğlu, eine Schlüsselfigur der größten türkischen Oppositionspartei CHP und als schärfster Rivale von Präsident Erdoğan angesehen, wurde im März zusammen mit 105 anderen im Rahmen einer umfassenden Untersuchung inhaftiert. Er bestreitet vehement alle Vorwürfe, die laut seinen Anhängern eindeutig politisch motiviert sind.
Generalstaatsanwalt Akin Gurlek teilte Reportern mit, dass die Ermittlungen abgeschlossen seien und die Staatsanwaltschaft eine 3,900 Seiten lange Anklageschrift zusammengestellt habe, in der 143 einzelne Straftaten gegen 402 Verdächtige aufgeführt seien.
„Ekrem İmamoğlu ist Gründer und Anführer der Organisation“, sagte Gurlek laut Aussage des Staatsanwalts. Er erklärte, dass es in dem Fall um den Vorwurf der Manipulation städtischer Ausschreibungen und illegaler Immobilienkäufe während İmamoğlus Amtszeit als Bürgermeister gehe. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die Straftaten hätten sich über ein Jahrzehnt erstreckt und zu einem öffentlichen Finanzschaden von rund 3.8 Milliarden US-Dollar geführt.

