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23:57 / Montag, 08. Dezember 2025 / FR

Christopher Hill schildert seine Beziehungen zu albanischen Politikern und die Herausforderungen der Diplomatie.

Christopher Hill, der erste amerikanische Botschafter in Albanien, sprach über seine Beziehungen zu albanischen Politikern jener Zeit sowie über die Herausforderungen der internationalen Diplomatie in einem solch historischen Moment.

Er beschrieb seine Begegnungen mit politischen Persönlichkeiten jener Zeit, darunter Ex-Präsident Ramiz Alia und der Vorsitzende der Demokratischen Partei, Sali Berisha, und hob die politischen Veränderungen sowie die Herausforderungen hervor, vor denen die amerikanische Diplomatie auf dem Balkan stand.

„Natürlich waren diese Reformen absehbar, und sie wurden sogar mit der Umbenennung der Sozialistischen Partei eingeleitet, obwohl die SP viele Mitglieder der alten Arbeiterpartei in ihren Reihen hatte. Man muss sich vor Augen halten, dass viele Mitglieder der SP aus diesem System stammten; Ramiz Alia hatte sie hervorgebracht, sogar Enver Hoxha. Dann entstand die Demokratische Partei, und die war anders. Sie behauptete, keine Verbindung zu den früheren Regierungsstrukturen oder zur Arbeiterpartei zu haben; im Gegenteil, sie war sehr jung und stark westlich orientiert. Die Solidarność-Bewegung in Polen spürte also, dass sich auch in Albanien etwas veränderte. Als Diplomat arbeitet man eben mit den jeweiligen Personen zusammen. Egal, wer es ist, ich kann nicht sagen, dass ich ihn oder jenes mag, das ist nicht meine Aufgabe“, sagte er gegenüber EuroNews.

Der ehemalige US-Botschafter teilte außerdem seine Erfahrungen und Gedanken zu seiner Beziehung zur Demokratischen Partei Albaniens während seiner Zeit als Diplomat in den 90er Jahren. Laut Hill spielt die US-Diplomatie keine Rolle bei der Lösung der innenpolitischen Probleme Albaniens, es sei aber wichtig, dass die albanischen Führungskräfte verstehen, dass internationale Aufmerksamkeit vorhanden ist.

„Gleichzeitig entstand die Demokratische Partei, etwas Neues, damals sehr Dynamisches. Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass die Wahl der Parteimitglieder eine interne Angelegenheit ist, die Albaner selbst, nicht die Aufgabe von Diplomaten. Und ich fühle mich mit dieser Vorstellung nicht wohl. Mir passiert das oft, nicht nur in Albanien, sondern auch in anderen Ländern: Man wendet sich an den amerikanischen Botschafter und fragt: ‚Was tun Sie da?‘ Als ob es unsere Entscheidung wäre, aber das ist es nicht. Im besten Fall bleibt man zwei oder drei Jahre, und ich bin danach nach Asien gegangen. Es ist Sache der Albaner, mit diesem Präsidenten zu leben“, sagte der ehemalige Diplomat.