Die Anhörung im Fall Nagip Krasniqi wurde aufgrund der Beförderung des vorsitzenden Richters abgesagt.
Die für heute um 09:30 Uhr angesetzte Gerichtsverhandlung gegen den ehemaligen Geschäftsführer der Kosovo Energy Corporation (KEK1), Nagip Krasniqi, dem der Straftatbestand des Amtsmissbrauchs vorgeworfen wird, wurde abgesagt. Grund dafür ist die Versetzung des vorsitzenden Richters Arben Hoti an das Berufungsgericht.
Die Absage dieser Sitzung wurde Kosovapress von der Informationsbeauftragten des Grundgerichts von Pristina, Mirlinda Gashi, bestätigt. Sie sagte, dass in Kürze ein neuer Richter für diesen Gerichtsfall ernannt werde.
„Bezüglich Ihrer Informationsanfrage teilen wir Ihnen mit, dass das Gericht die für den 12.01.2026 angesetzte Verhandlung im Strafverfahren gegen den Angeklagten NK aufgrund der Beförderung des vorsitzenden Richters, Richter Arben Hoti, zum Berufungsgericht des Kosovo abgesagt hat. Der Fall wird in Kürze einem neuen Richter zugewiesen, woraufhin ein neuer Verhandlungstermin festgelegt wird, über den Sie rechtzeitig informiert werden“, so Gashis Antwort an KosovaPress.
Laut Anklage hat Krasniqi in seiner Funktion als CEO von KEK ab dem 15. Oktober 2021, mit dem Ziel, dem Wirtschaftsteilnehmer "Holding Slovenske Elektrane" SE aus Slowenien den Handel mit Strom in der Republik Kosovo zu ermöglichen, unter Verstoß gegen das Elektrizitätsgesetz und das Gesetz über die Energieregulierungsbehörde, vorsätzlich Käufe genehmigt, Verträge unterzeichnet und deren Unterzeichnung autorisiert sowie die Fortsetzung des Handels mit dem betreffenden Betreiber bestätigt, obwohl er wusste, dass mit diesem Betreiber erst dann Strom gehandelt werden konnte, wenn dieser eine Lizenz besaß oder seine Lizenz von der Energieregulierungsbehörde (ERO) anerkannt wurde.
Die Anklage besagt, dass der Betreiber sich unrechtmäßige Vorteile verschaffte und in der Republik Kosovo Steuern hinterzog, wodurch dem kosovarischen Staatshaushalt ein erheblicher Schaden in Höhe von 531.920.79 Euro entstand. Weiterhin wird behauptet, dass dies andere, im Kosovo tätige und lizenzierte sowie steuerpflichtige Wettbewerber benachteiligte und diskriminierte.
Der materielle Schaden für KEK soll sich unterdessen auf 3.229.905.00 Euro belaufen.
In diesem Fall erhob die Sonderstaatsanwaltschaft am 19.08.2024 Anklage gegen den ehemaligen CEO der Kosovo Energy Corporation, Nagip Krasniqi, wegen des Verbrechens des Amtsmissbrauchs.
Krasniqi wurde am 19.04.2023 wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch, Einflussnahme und Interessenkonflikt verhaftet.
Krasniqi befand sich seit dem 20.04.2023 in Untersuchungshaft, wurde jedoch fünf Monate später, am 15.09.2023, freigelassen.
Krasniqis Festnahme erfolgte auf Anordnung der Sonderstaatsanwaltschaft der Republik Kosovo.
Unterdessen erhob die Sonderstaatsanwaltschaft am 30. Dezember 2024 eine weitere Anklage gegen den ehemaligen CEO von KEK, Nagip Krasniqi, wegen „Offenlegung von Amtsgeheimnissen“ und „Amtsmissbrauchs“.

