Die Bank von England warnt vor Risiken aufgrund überhöhter Bewertungen von KI-Unternehmen
Die Bank von England warnte, dass die Risiken für die Finanzstabilität Großbritanniens bis 2025 zugenommen hätten, und verwies auf die Möglichkeit eines starken Rückgangs der Aktienmärkte aufgrund der sehr hohen Bewertungen von Unternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI).
In ihrem jüngsten Finanzstabilitätsbericht betont die Bank, dass die globalen Risiken, die die britische Wirtschaft beeinträchtigen könnten, aufgrund geopolitischer Spannungen, der Fragmentierung der Handels- und Finanzmärkte sowie des Drucks auf den Märkten für Staatsanleihen weiterhin „erhöht“ seien.
Laut der Bank erhöhen diese geopolitischen Spannungen die Wahrscheinlichkeit von Cyberangriffen und anderen betrieblichen Störungen, während zudem eine „erhebliche Unsicherheit“ hinsichtlich der globalen makroökonomischen Aussichten besteht.
Besondere Aufmerksamkeit wurde dem rasanten Anstieg der Bewertungen von Unternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz in diesem Jahr gewidmet, der laut der Bank „das Risiko einer starken Korrektur“ am Markt erhöht.
Der geldpolitische Ausschuss der Bank von England schätzt, dass viele risikoreiche Vermögenswerte immer noch „deutlich überbewertet“ sind, insbesondere solche im KI-orientierten Technologiesektor.
„Die US-Aktienbewertungen befinden sich auf einem Höchststand, der seit der Dotcom-Blase erreicht wurde, während sie in Großbritannien so hoch sind wie seit der globalen Finanzkrise nicht mehr“, heißt es in dem Bericht laut The Guardian.
Unternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz zählten in diesem Jahr zu den wichtigsten Treibern des Wachstums am US-Aktienmarkt. Die Aktien des Chipherstellers Nvidia legten in diesem Jahr um 34 Prozent zu, trotz eines Rückgangs von 10 Prozent im letzten Monat.
Die Bank von England warnt davor, dass jede starke Korrektur an den Märkten weitreichendere Folgen für die globale und die britische Finanzstabilität haben könnte.
„Einigen Branchenschätzungen zufolge könnten die Ausgaben für die Infrastruktur künstlicher Intelligenz in den nächsten fünf Jahren fünf Billionen US-Dollar übersteigen. Während führende KI-Unternehmen den Großteil dieser Ausgaben weiterhin aus ihren operativen Cashflows finanzieren werden, wird erwartet, dass etwa die Hälfte extern, vorwiegend durch Fremdkapital, finanziert wird.“
Die engeren Verbindungen zwischen KI-Unternehmen und Kreditmärkten sowie die zunehmenden Interaktionen zwischen diesen Unternehmen bedeuten, dass im Falle einer Korrektur der Vermögenspreise Kreditausfälle die Risiken für die Finanzstabilität erhöhen könnten.

