„Die USA sind egoistisch“, China verschärft seinen Ton gegenüber Trumps Grönlandplan.
US-Präsident Donald Trump hält trotz der Forderungen der NATO-Staaten nach einer Ausweitung der Bündnispräsenz in der Arktis an seinem Gebietsanspruch auf Grönland fest. Ein Reporter fragte ihn an Bord der Air Force One, ob er sich dazu äußern solle, dass Deutschland und Großbritannien derzeit Pläne zur Erhöhung der Sicherheit in der Arktis im Rahmen der NATO erörtern. Trump verneinte, dass dies seine Einschätzung geändert habe.
„Wir sprechen von Kauf, nicht von Miete“, betonte er. Trump machte deutlich, dass sein Ziel der langfristige Besitz Grönlands sei. Er begründete dies erneut mit der Behauptung, andernfalls würden China oder Russland die Insel annektieren. Bereits letzte Woche hatte er der New York Times erklärt, dass Eigentum auch einen psychologischen Wert darstelle, den kein Vertrag ersetzen könne. China weist diese amerikanische Position jedoch entschieden zurück.
„Die Arktis liegt im Gesamtinteresse der internationalen Gemeinschaft. Chinas Aktivitäten in der Arktis zielen darauf ab, Frieden, Stabilität und nachhaltige Entwicklung in der Region zu fördern und stehen im Einklang mit dem Völkerrecht. Die Rechte und Freiheiten aller Länder, in der Arktis im Einklang mit dem Völkerrecht tätig zu sein, müssen uneingeschränkt geachtet werden. Die Vereinigten Staaten sollten andere Länder nicht als Vorwand nutzen, um ihre eigennützigen Interessen zu verfolgen“, sagte Mao Ning, Sprecherin des chinesischen Außenministeriums.
Mehrere NATO-Staaten, darunter Großbritannien, haben sich kürzlich für eine Ausweitung der Bündnispräsenz in der Arktis ausgesprochen. Diplomaten zufolge sieht ein Vorschlag die Einrichtung einer Überwachungsmission namens „Arctic Sentry“ vor. Diese soll dem amerikanischen Argument entgegenwirken, die Sicherheit in dieser strategisch wichtigen Region könne nicht ausreichend gewährleistet werden.
Der deutsche Außenminister Johann Wadephül hatte soeben Deutschlands grundsätzliche Bereitschaft erklärt, einen größeren Beitrag zur militärischen Sicherheit in der Arktis zu leisten. Die richtigen Antworten müssten im Rahmen der NATO gefunden werden, sagte der CDU-Politiker, der auf dem Weg in die USA einen Zwischenstopp in Island einlegte.
US-Außenminister Marco Rubio trifft sich am Montag in Washington mit Wadephul. Trumps Drohungen gegen Grönland dürften bei dem Treffen eine wichtige Rolle spielen.

