Die medikamentöse Behandlung der Wechseljahre könnte das Wachstum von Brustkrebs verlangsamen.
Brustkrebs ist in fast allen Ländern der Welt die häufigste Krebsart bei Frauen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden über 99 % der Fälle bei Frauen und weniger als 1 % bei Männern diagnostiziert. Jedes Jahr erkranken etwa 2.3 Millionen Frauen an Brustkrebs. Rund 75 % der Brustkrebsfälle sind Östrogenrezeptor-positiv (ER-positiv), was bedeutet, dass das Tumorwachstum durch Östrogen angeregt wird.
Zur Standardbehandlung dieser Krebsart gehören Antiöstrogene wie Letrozol, die die körpereigene Östrogenproduktion reduzieren und so ein Wiederauftreten der Krankheit verhindern, schreibt Medical News Today, wie die Gazeta Shneta berichtet.
Allerdings verursachen diese Medikamente häufig Nebenwirkungen, die den Wechseljahrsbeschwerden ähneln, wie Hitzewallungen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Verlust der Knochendichte und erhöhter Cholesterinspiegel.
Die von Forschern der Universität Cambridge geleitete und in der Fachzeitschrift Nature Cancer veröffentlichte PIONEER-Studie ergab, dass künstliche Progesterone wie Megestrolacetat, die häufig zur Linderung dieser Nebenwirkungen eingesetzt werden, einen zusätzlichen Vorteil bieten: Sie verlangsamen das Wachstum von ER-positiven Brusttumoren. Selbst in niedrigen Dosen reduzierte die Kombination von Megestrol mit Letrozol die Tumorzellproliferation.
An der Studie nahmen 244 Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium aus 10 Krankenhäusern in Großbritannien teil, die in drei Behandlungsgruppen aufgeteilt wurden.
Die Ergebnisse lassen vermuten, dass diese Kombination die Therapietreue verbessern und gleichzeitig einen positiven Einfluss auf die Tumorkontrolle haben könnte, obwohl zur Bestätigung weitere Studien erforderlich sind.

