Entdeckung eines Sonnensystems, die die Theorie der Planetenentstehung umstößt
Astronomen haben ein Planetensystem um einen roten Zwergstern entdeckt, das klassische Theorien der Planetenentstehung auf die Probe stellt.
Die Entdeckung gelang dank Beobachtungen mit Teleskopen der NASA und der Europäischen Weltraumorganisation.
Das System, das sich etwa 116 Lichtjahre von der Erde entfernt befindet, besteht aus vier Planeten, die in einer „umgekehrten“ Weise angeordnet sind: Der innerste Planet ist felsig, die beiden anderen sind gasförmig, während der äußerste, unerwarteterweise, wieder felsig ist.
Dies widerspricht dem bekannten Modell unseres Sonnensystems, demzufolge Gesteinsplaneten näher am Stern und Gasriesen weiter entfernt sind. Laut der gängigen Theorie ermöglichen hohe Temperaturen in Sternnähe nur die Bildung von Gesteinskernen aus widerstandsfähigem Material, während jenseits der Schneegrenze Eis das schnelle Wachstum der Kerne und die Ansammlung von Gas begünstigt.
Die Studie wurde von Thomas Wilson von der Universität Warwick geleitet. Er erklärt, dass der Gesteinsplanet höchstwahrscheinlich später entstand, als die Scheibe um den Stern bereits gasarm war. Diese „gasarme Entstehung“ bedeutet, dass die Planeten nicht auf dieselbe Weise und nicht gleichzeitig entstanden sind.
Laut Sara Seager vom Massachusetts Institute of Technology könnte dieses System einer der ersten Beweise dafür sein, dass die üblichen Regeln der Planetenentstehung um die häufigsten Sterne der Galaxie „auf den Kopf gestellt“ werden können. Heather Knutson vom California Institute of Technology hebt hervor, dass der äußere Planet besonders faszinierend ist und möglicherweise andere Atmosphären aufweist, unter denen Wasser kondensieren kann.
Andere Forscher, wie Ana Glidden und Néstor Espinoza vom Space Telescope Science Institute, stimmen zu, dass das System ein „natürliches Labor“ zum Testen von Modellen der Planetenentstehung darstellt. Die Debatte ist noch nicht abgeschlossen, doch eines ist klar: Das Universum überrascht uns immer wieder und erinnert uns daran, dass wir noch viel zu lernen haben.Indeksonline/

