Institutionelle und zivilgesellschaftliche Forderungen nach saubererer Luft
Trotz des schönen Erscheinungsbildes der Hauptstadt ist dahinter deutlich ein ernstes Gesundheitsproblem erkennbar, wie zum Beispiel die Luftverschmutzung, deren Werte in den letzten Tagen die zulässigen Normen deutlich überschritten haben.
Umweltexperten betonen, dass die Luftverschmutzung nun schon seit mehr als einem Monat anhält und sich die Lage in letzter Zeit merklich verschlechtert hat.
„Letzte Nacht lag der Luftqualitätsindex (AQI) bei 174, was etwa 100 Mikrogramm PM2.5 pro Kubikmeter entspricht. Auch die PM10-Werte und die Gaskonzentrationen waren hoch. Alle Parameter liegen über den zulässigen Grenzwerten. Selbst die Feinstaubbelastung ist dreimal so hoch wie die in den kosovarischen Gesetzen und europäischen Richtlinien festgelegten Grenzwerte. Dies zeigt, dass wir uns in einer ungesunden und gefährlichen Situation befinden, insbesondere abends bei Windstille“, sagte der Umweltexperte Ilir Morina.
Morina betont, wie wichtig es ist, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um diese Situation zu überwinden.
„Nach 25 Jahren Diskussionen ist es nun an der Zeit, langfristige Maßnahmen zu ergreifen, die bisher noch nicht umgesetzt wurden. Dazu gehören der Austausch der Filter in Wärmekraftwerken, die technische Überprüfung von Fahrzeugen und das Verbot von Fahrzeugen ohne Katalysator. Auch eine strenge Kontrolle von Pelletprodukten ist notwendig, da es billige Pellets mit Kunststoffbeimengungen und verschiedenen Abfällen gibt“, fügte Morina hinzu.
Derweil erklärt die Luftqualitätsexpertin Shkumbin Shala, dass der Schutz der Luft eine gemeinsame Verantwortung sei.
„Das Hydrometeorologische Institut überwacht die Luftqualität in Echtzeit, und die Daten sind öffentlich zugänglich. Wir appellieren an die Bürgerinnen und Bürger, ihren Beitrag zu leisten, indem sie keine Abfälle oder Materialien mit hoher Luftfeuchtigkeit verbrennen, da diese Gase und Staub freisetzen, und indem sie vermehrt den Stadtverkehr nutzen, um Emissionen zu reduzieren“, sagte Shala.
Auch die Wetterbedingungen werden vom Hydrometeorologischen Institut als Faktor bewertet, der die Luftverschmutzung verschlimmert.
Verschmutzte Luft stellt selbst nach Ansicht von Gesundheitsexperten ein Risiko für die Entstehung verschiedener Krankheiten dar.
Für besonders schutzbedürftige Gruppen wie ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen wurde zu erhöhter Vorsicht aufgerufen.
RTK hat auch beim Umweltministerium nachgefragt, welche Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität ergriffen werden, hat aber bisher keine Antwort erhalten.

