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21:30 / Montag, 19. Januar 2026 / B XH

Gold- und Silberpreise auf historischem Niveau

Gold und Silber haben nur wenige Tage nach ihren vorherigen Rekordhochs neue Höchststände erreicht, da Anleger angesichts der sich deutlich verschlechternden geopolitischen und wirtschaftlichen Aussichten in sichere Häfen flüchten. Der Goldpreis für die Lieferung im Februar stieg heute um 1.71 % auf 4,674.20 US-Dollar pro Unze (etwa 31.1 Gramm), während der Spotpreis für Gold laut CNBC auf 4,668.14 US-Dollar kletterte.

Grönland als Grund für Zölle in Europa

Dieser beispiellose Anstieg erfolgte, nachdem US-Präsident Donald Trump die Einführung von Zöllen auf Waren aus acht europäischen Ländern angekündigt hatte. Die Zölle bleiben so lange bestehen, bis eine Einigung über den „vollständigen und absoluten Kauf Grönlands“ erzielt ist. Trump verschärft damit seine Rhetorik hinsichtlich der Annexion der arktischen Insel, die die europäische Stabilität unmittelbar gefährdet.

George Cheveley vom Investmenthaus Ninety One betont, dass der Goldpreisanstieg auf soliden Fundamentaldaten beruht. „Da mit sinkenden Realzinsen und einer anhaltenden Diversifizierung der Reserven durch die Zentralbanken zu rechnen ist, sehen wir mehr Gründe für weiteres Wachstum als für Verkäufe“, heißt es in der Prognose für 2026. Die Gewinnmargen dürften bei den aktuellen Preisen vier- bis fünfmal höher sein als 2024.

Silber folgt diesem Trend; sein Preis stieg um 5.06 % auf ein Rekordhoch von 93 US-Dollar pro Unze, während der Spotpreis 93.16 US-Dollar erreichte.

Geopolitisches Chaos

Die Märkte wurden durch eine Reihe aggressiver Maßnahmen der USA erschüttert:

Konflikt in der Ukraine: Der Krieg dauert an, ohne dass eine schnelle Lösung in Sicht ist, während die Erholung des Gazastreifens Schätzungen zufolge Jahre dauern wird.

Ein Schlag für die europäische Automobil- und Luxusindustrie

Die europäischen Aktienmärkte gaben am Montagmorgen nach. Die Aktien der größten europäischen Automobilhersteller und bedeutender Luxusmarken fielen nach der Ankündigung der Zölle.

Zollplan: Trump plant, ab dem 1. Februar Zölle in Höhe von 10 % zu erheben, die ab dem 1. Juni auf 25 % steigen werden, falls Dänemark und Europa keine Einigung über Grönland erzielen.

Indexrückgang: Der Index der Automobilindustrie (Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts) fiel um 2.2 %, während der Index für Luxusgüter um 2.9 % sank.

Berichten zufolge erwägen europäische Länder bereits Vergeltungszölle und weitergehende wirtschaftliche Gegenmaßnahmen gegen die USA.

Druck auf die Federal Reserve

Zu den Turbulenzen trägt auch die strafrechtliche Untersuchung des Justizministeriums gegen den Vorsitzenden der US-Notenbank, Jerome Powell, bei, von der Investoren befürchten, dass sie Teil von Trumps Plan ist, die Zentralbank zu einer drastischen Senkung der Zinssätze zu zwingen.

Während die Preise für Edelmetalle aufgrund der Unsicherheit stiegen, verzeichneten Kupfer und andere Industriemetalle Zuwächse, die durch die Nachfrage nach Energieinfrastruktur und Rechenzentren bedingt waren; die Preise lagen bei 5.86 US-Dollar pro Unze.