Interne NATO-Direktive: US-Admiral wird Grönland gegen Trump verteidigen
Grönland ist nur ein 2.1 Millionen Quadratkilometer großer Eisblock, auf dem etwa so viele Menschen leben wie in Görlitz, Deutschland. Dennoch beherrscht die grönländische Insel derzeit die Weltpolitik. US-Präsident Donald Trump geht dabei rücksichtslos vor: Er will die Insel, die eigentlich zum Königreich Dänemark gehört, annektieren und argumentiert vor allem mit ihrer strategisch günstigen militärischen Lage.
Grönland ist reich an Bodenschätzen wie Seltenen Erden, die für die Herstellung von Computerchips unerlässlich sind. Trumps Übernahmeversuch scheiterte bereits 2019, doch vor wenigen Tagen brachte das Weiße Haus sogar eine militärische Intervention ins Spiel.
Genau das beunruhigt die Europäer, da Trump alles für möglich hält. Laut Informationen von WELT werden innerhalb der NATO bereits auf höchster Ebene mögliche Szenarien diskutiert. Denn: Sollten die USA Grönland militärisch angreifen, würde ein NATO-Land einen anderen Mitgliedstaat attackieren.
Sollte Trump einen Militäreinsatz befehligen, stünde die NATO vor einer äußerst ungewöhnlichen Situation: Ein amerikanischer Admiral wäre gezwungen, Grönland gegen den amerikanischen Präsidenten zu verteidigen. Dies geht aus einem als geheim eingestuften Schreiben des Oberbefehlshabers der NATO vom Ende November 2025 hervor. Laut diesem Schreiben übertrug der Oberbefehlshaber der NATO, Alexus G. Grynkewich, die Verantwortung für die Verteidigung der nordischen Länder Finnland, Schweden und Dänemark mit Wirkung zum 5. Dezember 2025 vom Joint Forces Command an das Joint Forces Command Norfolk. Damals wurde lediglich vage angedeutet, dass eine solche Änderung der Kommandostruktur beabsichtigt sei.
Das Gemeinsame Streitkräftekommando (JFC) unter der Führung des strategischen Hauptquartiers in Mons ist für die Planung und Durchführung militärischer Operationen in seinen jeweiligen Regionen zuständig. Die drei Länder hatten zuvor die Verlegung nach Norfolk beantragt, wie mehrere inoffizielle Quellen innerhalb des Bündnisses gegenüber WELT bestätigten.
Das Bündnis konsolidiert seine Marinekapazitäten in Norfolk, was für die drei Länder mit ihren starken Seestreitkräften von großer Bedeutung ist. Darüber hinaus war den nordischen Ländern eine engere Anbindung an die Vereinigten Staaten wichtig. In dem Schreiben von Ende November heißt es, die Änderung der Zuständigkeiten würde auch die Einheitlichkeit des Kommandos in der nordischen Region verbessern und die Abschreckung stärken. Norfolk befehligt bereits Norwegen und die Arktis.
Dies stand in keinem Zusammenhang mit der Grönland-Debatte, die damals allerdings nicht so kontrovers geführt wurde wie heute. Die Änderung hat jedoch unmittelbare und konkrete Konsequenzen: Seit Januar 2024 wird die Joint Naval Force Norfolk von US-Vizeadmiral Douglas G. Perry kommandiert. Er ist zugleich Befehlshaber der 2. US-Flotte, deren Verantwortungsbereich den Nordatlantik und die Ostküste der USA umfasst.
Sollte US-Präsident Trump also einen Militäreinsatz in Grönland befehligen, wäre Perry auf NATO-Seite für die Verteidigung Grönlands verantwortlich und käme damit in Konflikt mit seinem Oberbefehlshaber. Die USA haben derzeit 200 Soldaten auf dem Weltraumbahnhof Pituffik in Grönland stationiert, einem 1951 erbauten Militärflugplatz. Die Anlage dient der Überwachung von Raketenstarts und Weltraumaktivitäten.

