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09:27 Uhr / Freitag, 09. Januar 2026 / HF

Massenproteste im Iran, landesweite Internetsperre

Die in Norwegen ansässige Nichtregierungsorganisation Iran Human Rights gibt an, dass seit Beginn der Proteste Ende Dezember 45 Demonstranten von iranischen Sicherheitskräften getötet wurden.

In der iranischen Hauptstadt jubelten die Menschen am Donnerstagabend aus ihren Häusern und versammelten sich auf den Straßen, nachdem der im Exil lebende Kronprinz des Landes zu einer Massendemonstration aufgerufen hatte, berichteten Augenzeugen.

Kurz nach Beginn der Proteste wurden im Iran der Internet- und Telefonanschluss gekappt.

Das Internetunternehmen CloudFlare und die Bürgerrechtsorganisation NetBlocks meldeten den Internetausfall und führten ihn auf Eingriffe der iranischen Regierung zurück.

Anrufe von Dubai nach Iran auf Festnetz- und Mobiltelefone konnten nicht hergestellt werden. In der Vergangenheit folgten auf solche Ausfälle massive staatliche Repressionen.

Dies stellt eine neue Eskalation der Protestbewegung dar, die sich ursprünglich gegen die schwache Wirtschaft Irans richtete und sich mittlerweile in der gesamten Islamischen Republik ausgebreitet hat.

Der Protest stellte die erste Bewährungsprobe dafür dar, ob die iranische Öffentlichkeit sich von Kronprinz Reza Pahlavi beeinflussen lassen würde, dessen schwerkranker Vater kurz vor der Islamischen Revolution von 1979 aus dem Iran geflohen war.

Pahlavi hatte für Donnerstag und Freitag jeweils um 20 Uhr Ortszeit zu Demonstrationen aufgerufen. Augenzeugen berichteten, dass in Teheran ganze Stadtviertel unmittelbar nach dem Glockenschlag in Jubel ausbrachen.

Zu den Sprechchören gehörten „Tod dem Diktator!“ und „Tod der Islamischen Republik!“. Andere priesen den Schah und riefen: „Das ist die letzte Schlacht! Pahlavi wird zurückkehren!“ Tausende von Menschen waren auf den Straßen zu sehen.

„Großartiges iranisches Volk, die Augen der Welt sind auf euch gerichtet. Geht auf die Straße und verkündet gemeinsam eure Forderungen“, sagte Pahlavi in ​​einer Erklärung.

„Ich warne die Islamische Republik, ihren Führer und die Revolutionsgarde: Die Welt und Präsident Donald Trump beobachten euch genau. Die Unterdrückung des Volkes wird nicht unbeantwortet bleiben.“

Bei den Demonstrationen wurden auch Aufrufe zur Unterstützung des Schahs laut, was in der Vergangenheit die Todesstrafe hätte nach sich ziehen können, heute aber die Wut unterstreicht, die die Proteste antreibt.

Am Donnerstag setzten sich die Demonstrationen fort, die am Mittwoch in Städten und Dörfern im ganzen Iran ausgebrochen waren. Weitere Märkte und Basare blieben aus Solidarität mit den Protestierenden geschlossen.

Bislang hat die Gewalt im Zusammenhang mit den Demonstrationen mindestens 39 Menschen das Leben gekostet, während mehr als 2.260 weitere festgenommen wurden, wie die in den USA ansässige Nachrichtenagentur Human Rights Activists News Agency berichtet.