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10:54 Uhr / Dienstag, 20. Januar 2026 / HF

Nachdem er die Spieler aufgefordert hatte, das Spielfeld zu verlassen, riskiert der Trainer den Ausschluss vom Weltcup.

Pape Thiaw, der Trainer der senegalesischen Nationalmannschaft, könnte nach den chaotischen Szenen, die den Sieg seiner Mannschaft beim Afrika-Cup (AFCON) begleiteten, von der Weltmeisterschaft ausgeschlossen werden.

Senegal erklärte sich nach einem 1:0-Sieg gegen Marokko durch Pape Gueye in der Verlängerung zum Afrikameister. Die Situation verschärfte sich jedoch in den Schlussminuten der regulären Spielzeit, als Thiaw seine Spieler vom Platz schickte, nachdem der kongolesische Schiedsrichter Jean Jacques Ndala Marokko einen Elfmeter wegen eines vermeintlichen Fouls von El Hadji Malick Diouf an Brahim Diaz zugesprochen hatte.

Die Senegaler waren bereits verärgert, nachdem ein vermeintliches Tor von Ismaila Sarr zuvor vom Schiedsrichter aberkannt worden war. Als Ndala Marokko einen Elfmeter zusprach, forderte Trainer Thiaw die Spieler aus Protest auf, das Spielfeld zu verlassen. Liverpool-Star Sadio Mané weigerte sich jedoch und blieb auf dem Platz.

In einer kuriosen Wendung verwandelte Diaz den Elfmeter mit einem Panenka, den Senegals Torwart Edouard Mendy jedoch problemlos parierte, bevor Gueye in den ersten Minuten der Verlängerung den Siegtreffer für Senegal erzielte.

Der Vorfall löste Chaos auf den Tribünen aus, senegalesische Fans warfen Gegenstände auf das Spielfeld. Nach dem Spiel entschuldigte sich Thiaw in einem Fernsehinterview, doch seine Pressekonferenz wurde nach einer Rangelei im Presseraum abgesagt.

FIFA-Präsident Gianni Infantino verurteilte die „inakzeptablen Szenen“ und forderte die Disziplinarkommissionen des afrikanischen Fußballverbands (CAF) auf, angemessene Maßnahmen zu ergreifen. „Die beschämenden Szenen, die wir gesehen haben, dürfen sich nie wiederholen“, sagte Infantino und verlangte von den zuständigen Gremien, gegen die Verantwortlichen vorzugehen.

Der Vorfall könnte für Thiaw schwerwiegende Folgen haben. Ihm drohen eine Spielsperre und eine hohe Geldstrafe. Im schlimmsten Fall könnte er sogar komplett vom Fußball ausgeschlossen werden. Die Sanktionen könnten jedoch erst nach der Weltmeisterschaft in Kraft treten, da Senegal erst im Sommer 2026 wieder Pflichtspiele bestreitet.

Neben Thiaw drohen mehreren Spielern Geldstrafen, auch eine Spielsperre ist weiterhin möglich. Der afrikanische Fußballverband CAF erklärte, er prüfe sämtliches Videomaterial des Vorfalls und werde den Fall den zuständigen Behörden zur weiteren Verfolgung der Schuldigen übergeben.

Senegal trifft in Gruppe I der Weltmeisterschaft 2026 auf Frankreich, Norwegen und ein Playoff-Team – Irak, Bolivien oder Suriname.