Netanjahu zur Präsenz türkischer und katarischer Truppen in Gaza nach dem Krieg: Ohne unsere Zustimmung wird nichts geschehen.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bekräftigte, dass er mit dem Einsatz türkischer oder katarischer Truppen im Gazastreifen nicht einverstanden sei, und brachte seine Meinungsverschiedenheit mit den Vereinigten Staaten über die künftige Verwaltung des Gebiets zum Ausdruck.
„Es wird weder türkische noch katarische Soldaten im Gazastreifen geben“, erklärte Netanjahu vor dem Parlament. Er fügte hinzu, Israel sei mit Washington uneins darüber, wer für die Umsetzung von Präsident Donald Trumps Plan für das palästinensische Gebiet verantwortlich sein solle.
Das Weiße Haus gab Ende letzter Woche die Bildung eines Exekutivausschusses bekannt, der unter der Schirmherrschaft des „Friedensrats“ agieren soll, dessen Vorsitz Trump selbst übernehmen wird. Diesem als „beratend“ bezeichneten Ausschuss gehören unter anderem der türkische Außenminister Hakan Fidan und der katarische Diplomat Ali al-Thawadi an.
Seit Samstag hat Netanjahus Büro seinen Widerstand gegen die Zusammensetzung dieses neuen Gremiums zum Ausdruck gebracht.
Die Bekanntgabe der Zusammensetzung des Komitees „erfolgte nicht in Abstimmung mit Israel und steht im Widerspruch zu dessen Politik“, sagte Netanyahu und merkte an, dass er „den Außenminister angewiesen hat, sich in dieser Angelegenheit mit dem US-Außenminister in Verbindung zu setzen“.
Die Erklärung vom Samstag nannte keine Gründe für Israels Einwände, doch das Land hat wiederholt erklärt, dass es die türkische Beteiligung im Gazastreifen nach dem Krieg ablehnt. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern verschlechterten sich rapide nach dem Krieg, der mit dem beispiellosen Angriff der Hamas auf israelisches Territorium am 7. Oktober 2023 begann.
Die USA haben bereits verkündet, dass das Gaza-Waffenstillstandsabkommen in seine zweite Phase eingetreten ist. Diese zweite Phase sieht die Entwaffnung der Hamas, den schrittweisen Abzug der israelischen Streitkräfte, die fast die Hälfte des Gazastreifens kontrollieren, und den Einsatz einer internationalen Stabilisierungstruppe vor.
Es ist noch nicht entschieden, welche Länder sich an dieser Truppe beteiligen werden, die mit der Unterstützung der Sicherheit im Gazastreifen und der Ausbildung palästinensischer Polizeikräfte beauftragt sein wird.

