„Brüssel will nicht über die Aufklärung des Schicksals der Vermissten sprechen“
Über die Aufklärung des Schicksals der Vermissten aus dem letzten Kosovo-Krieg will man in Brüssel nicht sprechen.
Die Hauptverantwortlichen hierfür sind die Regierungen des Kosovo und Serbiens, da sie nichts dergleichen initiiert haben.
Dies wurde im Rahmen der öffentlichen Debatte „(Nicht)aktuelle Themen des Brüsseler Dialogs – wichtige Themen, die in Brüssel nicht besprochen wurden und warum?“ gesagt, in der dazu aufgerufen wurde, das Schicksal vermisster Personen auf den Tisch zu bringen.
Der Leiter des Ressourcenzentrums für vermisste Personen in Pristina, Bajram Cerkini, sagte, dass es am wichtigsten sei, das Schicksal der vermissten Personen zu klären. Er kritisierte die Politik, aber auch Brüssel dafür, dass es den Forderungen der Familienangehörigen nicht nachgekommen sei.
Seiner Meinung nach wird in dieser Richtung keine Arbeit geleistet, weil, wie er sagte, die Politik andere Arbeiten nachgeholt hat und nicht dieses sehr wichtige Thema.
„Es liegt auch nicht im Interesse Brüssels, in diesen Gebieten Frieden zu haben. Die Politik steht dem im Weg, aber Brüssel hat auch keine guten Absichten, denn das Treffen fand nicht statt. Sie hatten uns letztes Jahr versprochen, dass es passieren würde, aber es ist nicht passiert“, sagte er.
Der Koordinator des Verbands serbischer Familien von Entführten und Verschwundenen, Milorad Trifunović, sagte außerdem, eines der ersten Versprechen in Brüssel sei die Aufklärung des Schicksals der Vermissten gewesen. Er sagte, alle Verbrecher müssten bestraft werden, während die zuständigen Institutionen ihre Arbeit tun müssten.
„Wenn sie wollten, hätten wir viel weniger Probleme und doppelt so viele Vermisste. Aber sie missbrauchen unsere Forderungen und arbeiten nur, um Stimmen zu bekommen. Sie müssen zeigen, warum sie keines ihrer Versprechen eingehalten haben – mit Ausnahme der UNMIK und der Vereinten Nationen, die zwar ein Radargerät installiert haben, aber keine Ergebnisse gebracht haben. Die Methode ist einfach und Massaker lassen sich leicht aufdecken. Das Problem ist jedoch, was getan werden soll. 60 Prozent der Serben sind nach der Ankunft der KFOR im Kosovo verschwunden. Warum haben sie die Bevölkerung nicht geschützt?“, fragte er.
Ihm zufolge habe man nie gehört, dass Brüssel über vermisste Personen spreche. Der Politikwissenschaftler Nexhmedin Spahiu sagte, das Thema der vermissten Personen sei in Brüssel ein heißes Thema gewesen, aber dazu sei nichts geschehen.
Seiner Meinung nach sollte der „Seelentrost“ der Familien der Vermissten von den Institutionen ernster genommen werden und es sollte eine gegenseitige Zusammenarbeit zur Aufklärung des Schicksals der Vermissten geben.
Die Präsidentin des Unternehmerinnenverbandes „Avenyja“ aus Laplasella, Gordana Đorić, sagte, vermisste und entführte Personen seien die schwächste Stelle für Familien und die Gesellschaft.

