75 Mall Live-Suche
10:05 Uhr / Montag, 27. Januar 2025 / HF

Vorschlag in Deutschland: Migranten an der Grenze abschieben

Wer keine gültigen Dokumente hat, darf künftig nicht mehr nach Deutschland einreisen, und es soll permanente Grenzkontrollen geben. So lauten die migrationspolitischen Pläne der Union, über die der Bundestag voraussichtlich abstimmen wird.

Im Rahmen der migrationspolitischen Beratungen hat die CDU-CSU-Bundestagsfraktion zwei Anträge für den Bundestag formuliert, die auch zu diesem Thema klare Vorstellungen vermitteln.

Einreiseverbot für Personen ohne gültige Dokumente.

Die CDU-CSU fordert ein faktisches Einreiseverbot nach Deutschland für alle Personen, die nicht über gültige Dokumente zur Einreise nach Deutschland verfügen und die innerhalb der EU bestehende Freizügigkeit genießen – unabhängig davon, ob sie einen Asylantrag stellen.

Zu den fünf Punkten, die die CDU/CSU sofort umsetzen will, gehört die „sofortige Festnahme und Inhaftierung“ von Menschen, die Deutschland verlassen müssen. Dies erfordert eine deutliche Erhöhung der Gefängniskapazitäten der Bundesländer.

Darüber hinaus müsse der Bund alle in seinem Besitz befindlichen Einrichtungen schnellstmöglich zur Verfügung stellen, darunter auch kostenlose Baracken und Wohncontainer.

Tägliche Räumungen

Die CDU/CSU-Parteien fordern zudem, dass die Bundesländer stärker bei der Abschiebung von Menschen unterstützt werden, die aus Deutschland ausreisen müssen. Abschiebungen sollten täglich durchgeführt werden.

Die Bundespolizei soll zudem die Befugnis erhalten, Haftbefehle und Abschiebehaft gegen Personen zu beantragen, die bei Kontrollen ohne Aufenthaltserlaubnis angetroffen werden und Deutschland verlassen müssen. Auch das Aufenthaltsrecht für Kriminelle und sogenannte Gefährder soll verschärft werden.

Vorschlag in Deutschland: Migranten an der Grenze abschieben

SPD und Grüne: Verfassungswidrige Forderung

SPD und Grüne halten mehrere Punkte der CDU-CSU-Anträge für verfassungswidrig und europarechtswidrig. Die Union widerspricht dieser Position mit der Begründung, nationales Recht müsse Vorrang vor europäischem Recht haben, was auch in „außergewöhnlichen Notsituationen“ möglich sei.

Um im aktuellen Bundestag eine Mehrheit für die Annahme der Anträge zu erreichen, benötigt die Union die Unterstützung und die Stimmen mehrerer Parteien. Denn die Stimmen der AfD allein würden nicht ausreichen. Würden aber auch die Abgeordneten der liberalen FDP und des BSW für die CDU-CSU-Anträge stimmen, wäre die nötige Mehrheit erreicht.

Anlass für die Forderungen der Union ist der tödliche Messerangriff eines 28-jährigen Afghanen in Aschaffenburg. /DW/