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10:07 / Montag, 12. August 2019 / indexADMonline

Flüchtlinge finden schneller Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt

Nach Schätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) integrieren sich Flüchtlinge schneller in den Arbeitsmarkt als bisher angenommen.

„Ich gehe davon aus, dass im Herbst rund 40 Prozent der Flüchtlinge im erwerbsfähigen Alter den Einstieg in den Arbeitsmarkt schaffen werden“, sagte Herbert Brücker, Leiter des Forschungsbereichs Migration, Integration und Arbeitsmarktforschung beim IAB, kürzlich dem Redaktionsnetzwerk „Netzwerk Deutschland“.

Mit diesen Quoten könne man „zufrieden sein“, sagte er, „wenn man bedenkt, dass die Ausgangslage der Flüchtlinge im Jahr 2015 und danach sehr schwierig war. Denn die deutsche Sprache ist viel weiter vom Arabischen entfernt als die Sprachen der Flüchtlinge, die in den 90er Jahren vom Balkan kamen.“

Mit Handwerk, aber ohne Berufsschule

Brücker sagte weiter, dass etwa 36 Prozent der Flüchtlinge im Alter zwischen 15 und 64 Jahren erwerbstätig seien.

„Das sind etwa 380.000 bis 400.000 Menschen. Viele von ihnen sind als Arbeiter für eine begrenzte Zeit beschäftigt, allerdings mit relativ niedrigem Gehalt.“

Darüber hinaus, so Experte Herbert Brücker, gebe es aber auch eine große Zahl von Flüchtlingen, die in der Gastronomie, im Bereich „Sicherheit“, in der Reinigung, auf dem Bau und in der Altenpflege arbeiteten.

Fast 50 % der Flüchtlinge in Deutschland haben einen qualifizierten Arbeitsplatz.

„Das ist ein hoher Wert, wenn man bedenkt, dass nur jeder fünfte Flüchtling vor seiner Ankunft eine Berufsschul- oder Hochschulausbildung hatte“, sagt Brücker.

Der Experte begründet dies damit, dass sie in ihren Herkunftsländern auch ohne Berufsabschluss qualifizierte Tätigkeiten ausgeübt hätten.

„In Ländern wie Syrien gibt es keine Berufsschule für Mechaniker wie hier. Das Handwerk wird im Job erlernt.“ Ärzte oder Forscher hingegen werden in der IAB-Statistik als Fachkräfte eingestuft.

„Maximal 6 % der Flüchtlinge arbeiten in diesem Sektor.“/dw