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09:54 / Freitag, 17. November 2017 / indexADMonline

Wie sollten wir beim Sport atmen, durch die Nase oder den Mund?

Körperliche Aktivität benötigt Sauerstoff, damit die Muskeln richtig arbeiten können. Wir alle glauben, wir wüssten, wie man atmet, weil wir es täglich tun. Doch genauso wie wir lernen müssen, unsere Körperbewegungen gezielt zu steuern, um leistungsfähiger zu werden, müssen auch unsere Atemtechniken eher erlernt werden als instinktiv – eine Fähigkeit.

Rein vom Sauerstoffverbrauch her macht es keinen Unterschied, ob man Luft durch die Nase oder den Mund einatmet. So oder so nimmt der Körper Sauerstoff auf, wir transportieren ihn in die Lunge und von dort über die roten Blutkörperchen in unserem Blutkreislauf zu den Muskeln, die ihn benötigen, damit sie arbeiten können. Indeksonline.

Beim Atmen geht es jedoch um mehr als nur die Aufnahme von Sauerstoff, insbesondere bei intensiven körperlichen Aktivitäten oder komplexen Bewegungen. Es gibt ein paar hilfreiche Hinweise, die Sie beachten sollten. Zunächst das Offensichtliche: Beim Atmen dreht sich alles um Rhythmus. Wenn wir einatmen, ziehen sich das Zwerchfell und die äußeren Muskeln zusammen. Das Zwerchfell bewegt sich nach unten und vergrößert so das Volumen des Brustkorbs. Die äußeren Interkostalmuskeln ziehen die Rippen nach oben und außen, wodurch sich der Brustkorb ausdehnt und das Brustvolumen weiter vergrößert wird. Diese Volumenzunahme senkt den Druck der Luft in der Lunge im Vergleich zur atmosphärischen Luft außerhalb des Körpers. Da Luft immer von einem Bereich mit hohem Druck in einen Bereich mit niedrigerem Druck strömt, gelangt sie durch die Atemwege des Körpers (Nase, Rachen, Kehlkopf und Luftröhre) in die Lungenbläschen.

Dies geschieht, wenn wir trainieren und in Bewegung sind, was im Stillstand nicht der Fall ist. Unsere körperliche Aktivität (Springen, Hüpfen, Spielen, Boxen oder Tanzen) beansprucht viele andere Muskelgruppen, und wenn alles einem Rhythmus folgt, besteht die Gefahr, dass Muskelgruppen miteinander konkurrieren. Die Inspiration ermüdet dann. Wir atmen flach statt tief und werden viel schneller müde. Wir verlieren auch die Konzentration auf das, was wir tun, wenn die Muskelgruppen des Körpers gegeneinander kämpfen und versuchen, das zu tun, was eigentlich selbstverständlich sein sollte (z. B. die Atmung).

Die Atmung ist mit neurologischen Netzwerken verbunden, und es gibt dort einen speziellen Kanal. Komplexe Bahnen in unserem Gehirn werden aktiviert, wenn wir auf bestimmte Weise atmen, was wiederum die Leistungsfähigkeit unseres Körpers beeinflusst. Die Art und Weise, wie wir Erinnerungen abrufen und emotionale Urteile fällen, wird durch die Mundatmung stärker beeinträchtigt als durch die Nase.

Dies hat für manche Aktivitäten gravierende Auswirkungen. Kampfsportler, Boxer, Tänzer und Turner beispielsweise können schlechtere Leistungen erbringen, wenn sie durch den Mund atmen.Indeksonline/