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20:26 / Dienstag, 03. Juni 2025 / B XH

NAO: RTK mit Mängeln bei Beschaffung und Vermögensverwaltung, aber Verbesserung im Jahresabschluss

Das Nationale Rechnungsprüfungsamt (NAO) hat den Prüfungsbericht für den kosovarischen Rundfunk (RTK) für das Jahr 2024 veröffentlicht. Darin wird ein uneingeschränktes Prüfungsurteil zum Jahresabschluss abgegeben, das heißt, dieser vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild gemäß internationalen Standards. Der Bericht wirft jedoch einige Bedenken auf.

Wichtigste Erkenntnisse

Die Prüfer des NAO stellten bei der Auftragsvergabe im Zusammenhang mit der zweiten Ausgabe des Sängerfestivals mehrere Unregelmäßigkeiten fest, beispielsweise die Anwendung von Verhandlungsverfahren ohne Veröffentlichung und ohne ausreichende rechtliche Begründung. Dazu gehören Verträge für Grafikdesign und Fahrzeugnutzung, die Wettbewerb und Transparenz untergraben.

Darüber hinaus habe RTK dem Bericht zufolge bei der Ausschreibung diskriminierende Kriterien angewandt und lokale Veranstalter vom Wettbewerb um das Sängerfest ausgeschlossen.

„Im Jahr 2024 hatte RTK im Verhandlungsverfahren ohne Veröffentlichung einen Vertrag über den Abschluss eines Vertrags zur „Realisierung von Design und Grafik für das RTK 2024 Song Festival“ in Höhe von 10,150 € mit einem Unternehmen aus Albanien abgeschlossen, ohne die rechtliche Begründung für die Vermeidung der Veröffentlichung und des Wettbewerbs klar zu dokumentieren. Es wurden weder eine Notsituation noch Umstände festgestellt, die die Durchführung anderer offener oder beschränkter Verfahren, wie sie das Gesetz über das öffentliche Beschaffungswesen vorschreibt, unmöglich gemacht hätten“, so das Fazit des Berichts. 

Inzwischen wurde auch eine Bemerkung zum Thema Fahrzeuge gemacht. „RTK konnte trotz eines öffentlichen Auftrags mit einer Laufzeit von 60 Monaten keine langfristige oder zeitnahe Lösung für die Nutzung der Fahrzeuge für den Bedarf von RTK finden. Nach Ablauf dieses Vertrags wurde ein Verhandlungsverfahren für den Auftrag „Kurzzeitige Nutzung von Fahrzeugen für den Bedarf von RTK“ im Wert von 33,900 Euro durchgeführt“, heißt es in dem Bericht.

Bezüglich der Beauftragung eines Grafikdesign-Unternehmens aus Albanien verweist der Bericht auf die vom stellvertretenden RTK-Direktor Adrian Krasta genehmigte Entscheidung, dieses Verfahren einzuleiten. Dieser begründete dies wie folgt: „Der Mangel an Personal für Grafikdesign hat gezeigt, dass für das Sängerfestival externe RTK-Dienste in Anspruch genommen werden müssen. Andererseits war der kurzfristige Einsatz von Fahrzeugen auf unsachgemäßes Management und mangelnde Planung dieser Dienste zurückzuführen“, heißt es in dem Bericht.

Ein weiteres besorgniserregendes Problem ist laut NAO die Fortführung von Verträgen mit Vergütungen für Werbeflächen, die gegen die Marketingvorschriften verstoßen, trotz wiederholter Empfehlungen aus der vorherigen Prüfung.

Darüber hinaus ist die Eigentumsfrage bezüglich des Gebäudes, in dem RTK seinen Betrieb aufnimmt, weiterhin ungeklärt, was Unsicherheit und Risiken für die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Senders mit sich bringt.

EMPFEHLUNGEN

Das NAO hat fünf konkrete Empfehlungen abgegeben, darunter: Vermeidung geschlossener Beschaffungsverfahren, Beseitigung diskriminierender Kriterien, Einhaltung der Vermarktungsvorschriften, Klärung des Eigentumsstatus der RTK-Anlage und Verbesserung der Versorgungsplanung, um wiederholte Kleinanschaffungen zu vermeiden.

Fortschritte bei der Umsetzung der Empfehlungen

RTK hat fünf von sieben Empfehlungen aus dem Vorjahr umgesetzt und in einigen Bereichen, insbesondere bei der Erstellung von Jahresabschlüssen, Verbesserungen erzielt. Strukturelle Probleme wie mangelnde interne Kontrolle und schlechte Planung stellen jedoch weiterhin Herausforderungen für die Führung dieser öffentlichen Einrichtung dar.

Nach der Veröffentlichung dieses Berichts reagierte der ehemalige Generaldirektor dieser Institution, Shkumbin Ahmetxhekaj, der im Juli 2024 aufgrund von „politischem Druck“ von seinem Amt zurückgetreten war. Er sagte, die Verbesserung des Finanzmanagements von RTK sei das Ergebnis seines Engagements und des Engagements seiner vertrauten Mitarbeiter.

 Im Jahr 2022 veröffentlichte der Rechnungshof den Bericht über RTK, in dem er den Jahresabschluss negativ (das strengste Urteil) bewertete. In den Jahren 2022 und 2023 setzten wir die meisten Empfehlungen um und erhielten zunächst ein eingeschränktes Urteil (Zwischenurteil). Im jüngsten Bericht für 2024 hat der Rechnungshof nun ein uneingeschränktes Urteil (die positivste Form) abgegeben. Ich freue mich, dass das maximale Engagement und die Hingabe unserer zuverlässigen Mitarbeiter während der 30 Monate in der Geschäftsführung von RTK ihre Spuren im Finanzmanagement des öffentlich-rechtlichen Senders hinterlassen. Dies ist ein Beweis dafür, dass Rechenschaftspflicht und die Verwendung öffentlicher Gelder Priorität hatten“, schrieb Ahmetxhekaj auf seinem Facebook-Profil.

Im Jahr 2024 hat RTK verschiedene Krisen durchgemacht, angefangen mit dem Rücktritt des ehemaligen Direktors Ahmetxhekaj, dann dem Rücktritt der amtierenden Direktorin Zana Spahiu und dreier Vorstandsmitglieder: Besnik Boletini, Arta Berisha, Safet Kabashaj, nach dem Skandal um Slobodna Bosna und dann dem Rücktritt von Adrian Krasta, der stellvertretender Generaldirektor war und RTK bis zum Ende des Song Festivals leitete, bei dem er selbst Festivaldirektor war.

Der vollständige Bericht des OKA:

https://zka-rks.org/cms/ReportFiles/2025_7e7f7a73-f909-4016-9718-6d789f287cf2.pdf